DIE KATHEDRALE VON SEVILLA

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Telefon: 
954 21 49 71
Adresse: 
Puerta de San Cristóbal. 41004 Sevilla
Öffnungszeiten: 
Lunes: 11-15:30 h. Martes-Sábado: 11-17 h. Domingo: 14,30-18 h. Festivos consultar.

PREISE

9 € (auch gültig fúr die Pfarrkirche El Salvador. Ermäßigt: 3€ (Studenten < 26, Rentner). Gratis: Arbeitslose, Behinderte (plus Begleitperson), Jugendliche bis 16 Jahren, genehmigte Gruppen, wohnhaft in oder gebürtig aus Sevilla.

TAGE MIT FREIEM EINTRITT: Montag: 16.30-18 Uhr mit Voranmeldung unter: reservas@catedraldesevilla.es.

Im Jahre 1410 beschloss der Kirchenrat, „eine so gute Kirche zu bauen, die ihresgleichen sucht und der Größe und Bedeutung Sevillas und ihrer Kirche gebührend entspricht“.

Die Kathedrale von Sevilla ist die drittgröβte der Welt, nach dem Petersdom von Rom und der St. Paul´s Cathedral von London. Ihre 68 Rippengewölbe werden von 60 Säulen getragen. In ihr befinden sich über 30 Kapellen sowie weitere Räume, wie der Ornamentensaal, das Kapitel, das Kapitelhaus, die Hauptsakristei und die Sacristía de los Cálices (Kelchsakristei), der Chor und zahlreiche Altare.

Ein Werk von fünf Jahrhunderten

Die Kathedrale wurde auf den Mauern der ehemaligen Almohaden-Moschee errichtet. Im Jahre 1410 beschloss der Kirchenrat „eine so gute Kirche zu bauen, die ihresgleichen sucht und der Größe und Bedeutung Sevilla und ihrer Kirche gebührend entspricht“. In der Kathedrale von Sevilla finden wir heute eine beeindruckende Sammlung von Kunstwerken, wie z.B. Skulpturen der Bildhauer Mercadante, Fancelli und Monteñés oder Gemälde von Campaña, Zurbarán und Goya. Das beeindruckende Chorgestühl, die Barockorgel, die Glasfenster, die Goldschmiedekunst, die Keramik, die überaus wertvolle Sammlung an Gesangsbüchern und heiligen Ornamenten vervollständigen diesen Schatz. Besonders prunkvoll ist die Liturgie in der Kathedrale zum Triduum des Karnevals (Triduo de Carnaval), zur Octava del Corpus (Sonntag nach Fronleichnam) bzw. zum Fest der Mariä Empfängnis, wenn nämlich vor dem Hauptaltar der Tanz der „Los Seises” aufgeführt wird. Seit 1902 befindet sich das Grab von Christoph Kolumbus in der Kathedrale, und zwar in einem von Arturo Mélida entworfenen Sarkophag.

Der Grundriß der Kathedrale weist fünf Schiffe mit Kapellen zwischen den einzelnen Strebepfeilern sowie eine glatte Frontseite auf. Die Verwendung von Steinmetzarbeiten bricht mit der Tradition der Verwendung von Backstein des Mudéjarstils. Es ist nicht genau bekannt, wer das Projekt zum Bau der Kathedrale erstellt hatte bzw. welche Baumeister in welchem Maße am Bau der Kathedrale beteiligt gewesen sind. Möglicherweise stammen die Pläne von Alonso Martinez, dem Bauleiter der Kathedrale am Ende des 14. Jahrhunderts, oder aber von den Baumeistern Isambret und Carlin, welche ab 1434 an diesem Ort wirkten. Hinzuzufügen wären außerdem Namen wie Juan Norman, Juan de Hoces, Simón de Colonia, Alonso Rodríguez bzw. Gil de Hontañón, der den Bau der gotischen Kathedrale abschloss. Im 16. Jahrhundert wurden zum Ausdruck der Macht und des humanistischen Denkens des Kirchenrats verschiedene Anbauten in Renaissancestil hinzugefügt, die von hervorragenden Architekten wie z.B. Diego de Riaño, Martín de Gaínza, Hernán Ruiz II und Asensio de Maeda entworfen wurden. In den darauffolgenden Jahrhunderten kamen weitere Werke hinzu. Im Jahre 1929 wurde schließlich der Büro-Pavillon fertiggestellt.

Die Türen

Insgesamt neun Portale führen zu den Schiffen der Kathedrale.

Neun Portale eröffnen uns Zugang zu den Schiffen der Kathedrale. Am Fuße des Tempels befinden sich das Portal der Taufe und das Portal der Geburt, die mit Statuen von Lorenzo Mercadante de Bretaña und Pedro Millán aus dem 15. Jahrhundert versehen sind, sowie das Hauptportal (Portal der Maria Himmelfahrt) von Fernando Rosales (1829-1831), das mit Reliefs von Ricardo Bellver (1882-1884) ausgestattet ist. An der Stirnseite finden wir die „Puerta de los Palos” (Portal der Stöcke) und die „Puerta de las Campanillas” (Portal der Glöckchen), welche von Miguel Florentín (1520-1523) geschaffen wurden. Im Querschiff befinden sich die „Puerta de la Concepción” (Portal der Empfängnis) (1895-1927) und die „Puerta del Príncipe” (Prinzenportal) (1887-1895), die beide von Adolfo Fernández Casanova geschaffen und mit Skulpturen von Adolfo López versehen sind. Hinzuzufügen sind die „Puerta del Sagrario“ (Tabernakelportal) und die „Puerta del Lagarto“ (Eidechsenpforte).

Das Portal der Geburt wurde auch als Portal des Heiligen Michaels bezeichnet, da es sich in der Nähe des ehemaligen Collegiums gleichen Namens befand. Auf ihrem Tympanon befindet sich das Relief der Weihnachtsgeschichte; auf den Archivolten sind die Propheten sitzend sowie Engel mit Musikinstrumenten abgebildet. Vervollständigt wird dieses Ensemble von sechs Statuen, die die Heiligen Johannes, Markus, Laureano, Matthäus, Lukas und Hermenegild darstellen. Mit Ausnahme der beiden Propheten, die von seinem Schüler und Nachfolger Pedro Millán gefertigt worden, stammen sie von Lorenzo Mercadante (1464-1467). Das Taufportal wurde um 1450 von Carlín geschaffen. Die Statuen wurden von Pedro Millán und Lorenzo Mercadante angefertigt. Hervorzuheben sind dabei die sechs Heiligen aus Sevilla, die sich zur Rechten und zur Linken des Eingangs befinden. Die Pforte der „Anbetung der Könige”, oder auch „Puerta de los Palos” genannt, stammt aus dem Jahre 1480. Ihre Terrakottastatuen, die Miguel Florentín und Miguel Perrín zugeschrieben werden, stammen aus dem Jahre 1520.

Die Fenster

Die Fenster stellen insgesamt die größte Sammlung der Renaissance in Spanien dar.

Das intensive Licht Sevillas dringt durch über 100 Glasfenster in die Kathedrale ein. Somit wird ein gebrochener Lichteinfall erzeugt, der sich an den Diagonalen mit einem Halbschatten vermischt und somit eine angenehme und facettenreiche Atmosphäre schafft, die zur Meditation und zum Gang durch die einzelnen Schiffe der Kathedrale einlädt. Die ältesten Glasfenster weisen typisches gotisches Maßwerk auf. Während der Renaissance wurde dieses nicht mehr verwendet, da anstatt lediglich Personen, nunmehr auch Szenen dargestellt werden sollten. Die Fenster stellen insgesamt die größte derartige Sammlung der Renaissance in Spanien dar. Einer der ersten Meister war dabei Enrique Alemán (1478-1483), gefolgt von Juan Jacques (1510-1520), Arnao de Vergara (1525-1536), welcher den Renaissancestil einführte, der dann von seinem Bruder Arnao de Flandes (1534-1557) fortgesetzt wurde, Carlos de Brujas (1558) und Vicente Menardo (1560-1578).

Der Hochaltar

Seine Größe lässt die Sinne täuschen und den Altar als eine leuchtende goldene Kaskade erscheinen. Nur nach längerem Hinsehen kann man seinen ikonografischen Gehalt erkennen. Das im gotischen Stil geschaffene und im Stil der Renaissance abgeschlossene Altarretabel der Kathedrale von Sevilla gilt weltweit als der größte Altar. Er wurde 1480 vom Flamen Pierre Dancart entworfen und 1564 unter Mitwirkung zahlreicher Künstler fertiggestellt. Im Zentrum steht die „Virgen de la Sede“, eine wunderbare Holzskulptur aus dem 13. Jahrhundert, die mit Ausnahme von Kopf und Händen mit Silber überzogen ist. An beiden Seiten der Skulptur finden wir Reliefs mit interessanten Ansichten der Kathedrale und der Stadt.

Die Skulpturen des Hochaltars stellen das Leben der Jungfrau Maria und von Jesus Christus in zahlreichen Szenen dar. Überdeckt werden sie von einem aus miteinander verbundenen Achtecken gebildeten Rahmen im Mudéjarstil. Darüber finden wir den sogenannten Balken mit Skulpturen der Apostel und der Quinta Angustia. Vervollständigt wird der Hochaltar von außerordentlichen Darstellungen des „Cristo del Millón”, der Jungfrau und des Heiligen Johannes aus dem 14. Jahrhundert.

Virgen de la Antigua

Seit den Zeiten von Kolumbus, der eine von ihm entdeckte Insel nach ihr benannte, haben sich zahlreiche Reisende, die nach Amerika aufbrachen, vor ihr niedergelassen.

Die aus dem 14. Jahrhundert stammende „Virgen de la Antigua” folgt dem byzantinischen Prinzip der “wegweisenden Jungfrau”, bei dem Maria als die wegweisende Person Jesu erscheint. Die Haltung der Jungfrau imitiert die Neigung von Elfenbeinfiguren. Zu ihren Füßen befindet sich eine betende Frau, möglicherweise handelt es sich um Leonor de Alburquerque, die Frau von Fernando de Antequera. Seit den Zeiten von Kolumbus, der eine von ihm entdeckte Insel nach ihr benannte, haben sich zahlreiche Reisende, die nach Amerika aufbrachen, vor ihr niedergelassen und später ihre Verehrung über den gesamten amerikanischen Kontinent verbreitet. Aus diesem Grund wurde 1929 die Fahnen aller amerikanischer Staaten aufgestellt, welche sich noch heute in der Kapelle befinden. Hervorzuheben ist auch das in dieser Kapelle befindliche Grab von Kardinal Diego Hurtado de Mendoza, ein Werk von Fancelli aus dem Jahre 1508. Gegenüberliegend, ein von Graf Cornejo geschaffenes Grabmal des Erzbischofs Salcedo y Azcona, welches den Stil ersteren imitiert.

Kardinal Cervantes

In der Kathedrale finden wir Grabstätten von hohem künstlerischen Wert, wie die des Kardinal Cervantes.

Eine der Funktionen der Kathedrale ist die des Bestattungsortes. Daher finden wir in ihr Grabstätten von hohem künstlerischen Wert, wie die des Kardinal Cervantes, die sich in der Kapelle von San Hermenegild befindet und 1458 von Mercadante fertiggestellt wurde.

Die Königskapelle

Die Virgen de los Reyes (Jungfrau der Könige) wird von den Sevillanern sehr verehrt. In jedem Jahr findet am 15. August eine Prozession der Virgen de los Reyes statt, an der unzählige Gläubige teilnehmen.

Im Jahre 1551 von Martín de Gaínza entworfen, wurde 1557 nach dessen Tod von Hernán Ruiz II die mit Büsten verzierte Kuppel geschaffen. Im Mittelpunkt der Kapelle steht die Virgen de los Reyes, die Schutzheilige des Erzbistums Sevilla. Diese Jungfrau aus dem 12. Jahrhundert, wahrscheinlich französischen Ursprungs, ist der Legende nach ein Geschenk des Königs Ludwig der Heilige von Frankreich an seinen Cousin, den König Ferdinand der Heilige. Es handelt sich um eine in Kleider gehüllte Figur mit beweglichem Kopf und Armen, die mit einem inneren Mechanismus in Bewegung gesetzt wurden. Eine Inschrift im oberen Teil ihres Altars gibt eine Erklärung für deren Patrozinium „Jene, durch die die Könige regieren“.

Die Virgen de los Reyes wird von den Einwohnern Sevillas stark verehrt. In jedem Jahr findet am 15. August deren Prozession statt, zu der sich unzählige Gläubige zusammenfinden. Die Silberurne (1690-1701) von Juan Laureano de Pina enthält den unverweslichen Körper des Königs Ferdinand der Heilige (1201-1252), der die Stadt 1248 eroberte. Auf ihr befindet sich die von Philipp V. geschenkte Krone. An einer Seite der Kapelle befindet sich das Grab von Alfons X. dem Weisen (sein Herz und seine Eingeweide sind in der Kathedrale von Murcia aufbewahrt), gegenüber dem seiner Mutter, Beatrix von Schwaben. Unterhalb des Hochaltars befindet sich die Krypta mit den Überresten von Peter I, denen seiner Frau, María de Padilla, und anderer Mitglieder der Königlichen Familie.

Die Hauptsakristei

Diego de Riaño entwarf 1528 die Hauptsakristei als einen großen, lichtdurchlässigen Raum mit üppiger plateresker Dekoration, in der das gesamte Spektrum von der Genesis bis zur Apokalypse dargestellt ist.

Diego de Riaño entwarf 1528 die Hauptsakristei als einen großen, lichtdurchlässigen Raum mit einer üppigen plateresken Dekoration, in der ein komplexes theologisches Schema von der Genesis bis hin zur Apokalypse dargestellt ist. Nach seinem Tod im Jahre 1534 wurde das Werk von Martín de Gaínza weitergeführt und 1543 vollendet. Sie weist den Grundriß eines griechischen Kreuzes auf und ist überdacht von einer Pendentifkuppel. An den Säulen- und Pfeilerschäften finden wir Verzierungen mit Grotesken; am Gesims sind die Tugenden, der Kirchenvater und die Heiligen Sevillas dargestellt.

In den Gewölben sind Richter, Pfarrer, Propheten und Patriarchen des Alten Testaments, die Apostel und Bischöfe abgebildet. In der Kuppel sehen wir Szenen des Jüngsten Gerichts und in der Laterne, den Gottvater. Die Sakristei wird vervollständigt von einer Dreifachkapelle mit Reliefs zur Mariä Himmelsfahrt, jenem Wunder, dem die Kathedrale gewidmet ist. In ihr befinden sich eine Reihe von Kunstwerken, wie die “Kreuzabnahme” (1548) von Pedro de Campaña, San Isidoro und San Leandro (1645) von Murillo, Santa Teresa (1650) von Zurbarán, „das Martyrium des Heiligen Laurentius“ (1655) von Luca Giordano, die „Unbefleckte Empfängnis“ von Alfonso Martínez (17. Jahrhundert), der „Heilige Ferdinand“ (1671) von Pedro Roldán, usw. Des Weiterhin wird hier eine prächtige Silbermonstranz der Renaissance (1580-1587) aufbewahrt. Sie wurde von Juan de Arfe geschaffen und ist fast vier Meter hoch. Zum Fronleichnamsfest wird sie in einer Prozession durch die Straßen des Stadtzentrums Sevillas getragen.

Kapitelhaus

Das Kapitelhaus wurde von Hernán Ruiz II um 1561 entworfen. Unter Einfluss des berühmten Architekturtraktats des Italieners Sebastian Serlio schuf er einen für die damalige Zeit neuartigen ovalen Grundriß.

Das manieristische Kapitelhaus wurde um 1561 von dem großen Hernán Ruiz II entworfen und 1592 von Alfonso de Maeda fertiggestellt. Beeinflusst vom berühmten Architekturtraktat des Italieners Sebastiano Serlio verwendete er einen neuartigen ovalen Grundriß. Die Gestaltung des Fußbodens ähnelt in großem Maße der des von Michelangelo entworfenen Kapitolsplatzes von Rom. Das Kapitelhaus ist von einer prächtigen Reliefsammlung umsäumt, in denen das theologische Programm des Humanisten und Domherren Francisco Pacheco widergespiegelt ist und die lateinischen Inschriften erläutert werden.

Die zwischen 1582 und 1590 angefertigten Reliefs erscheinen heute in der hellen Farbe des Steins, da die ursprüngliche Polychromie verloren gegangen ist. Die vertikalen Reliefs sind Juan Bautista Vázquez „der Ältere” und Diego Velasco zuzuschreiben. Ergänzend dazu sind kleinere horizontale Reliefs eingefügt, die von Marcos Cabrera angefertigt wurden. Das schönste aller Reliefs ist das wahrscheinlich von Vázquez geschaffene der „Mariä Himmelfahrt”. Im Jahre 1668 malte Murillo für das Gewölbe acht Rundbilder mit Heiligen, die mit Sevilla in Verbindung stehen, sowie ein wunderschönes Bild der Unbefleckten Empfängnis mit einem Anschein unglaublicher Schwerelosigkeit. Dieser Eindruck wird durch die Höhe, in der das Bild aufgehängt ist, noch verstärkt. Mit Murillo erreicht die Ikonografie der Unbefleckten Empfängnis, einer Marienverehrung, die unter Befürwortern und Gegnern im Sevilla des 17. Jahrhunderts zügellose Leidenschaften auslöste, ihren Höhepunkt.

La Inmaculada – Die Unbefleckte Empfängnis

Martínez Montañés gilt als einer der bedeutendsten spanischen Bildhauer aller Zeiten. Er verkörpert die perfekte Symbiose von Klassizismus und Barock.

Mateo Vázquez de Leca gab 1603 den „Cristo de la Clemencia” („Christus der Gnade”) in Auftrag: „Der Gekreuzigte muss leben bevor er den Heiligen Geist ruft; den Kopf nach rechts geneigt, um jeden zu sehen, der zu seinen Füßen betet, als ob der Herr zu ihm spricht und als ob der sagen wolle, dass sein Leiden für den Betenden sei”. Juan Martínez Montañés fertigte mit diesem Christus des Klassizismus eine der schönsten Skulpturen der spanischen Kunst an. Sowohl Vázquez de Leca als auch Montañés starben infolge der Pestepidemie im Jahre 1631. Die großartige, 1631 entstandene „Inmaculada“ von Montañés wird auch als „die Blinde” bezeichnet, aufgrund der halb geschlossenen Augen und des gesenkten Blickes.

Christoph Kolumbus

Seine sterblichen Überreste trafen am 19. Januar 1899 an Bord des königlichen Schiffes „Giralda” in Sevilla ein. Seine Grabstätte wurde von Arturo Mélida geschaffen.

Christoph Kolumbus kam 1485 nach Sevilla, wo er sich niederließ, um die für sein kühnes Unternehmen, das zur Entdeckung Amerikas führte, nötige Unterstützung einzuholen. In Sevilla fand er die Gastfreundschaft der Kartäusermönche und die Unterstützung des Herzogs von Medinaceli. Der 12. Oktober 1492 leitete ein neues Kapitel in der Weltgeschichte ein. Kolumbus kehrte am 31. März 1493 nach Sevilla zurück. Die Stadt wurde damit zum unbestreitbaren Zentrum des amerikanischen Abenteuers und besaß außerdem das Monopol für den Handel mit den Reichtümern, die aus der Neuen Welt in Sevilla eintrafen. Nach dem Tod von Kolumbus 1506 in Valladolid wurden seine sterblichen Überreste in die Kartause nach Sevilla gebracht und von dort aus, gemäß dem in seinem Testament geäußerten Wunsch des Admirals, nach Santo Domingo gesendet. 1796 wurden sie nach Havanna überführt, wo sie bis zum Verlust Kubas als spanische Kolonie lagerten. Am 19. Januar 1899 trafen sie erneut in Sevilla ein. Das Grabdenkmal von Christoph Kolumbus wurde von Arturo Mélida geschaffen. Es stellt vier Totenträger mit den Waffen von Kastilien, Leon, Navarra und Aragonien dar, die seinen Sarg tragen.

Hof der Orangenbäume

Das San Pedro-Portal war seinerzeit der Haupteingang zur Moschee. Durch dieses Portal gelangte man in den Wasch- oder Taufhof, welcher heute der Hof der Orangenbäume ist.

Das San Pedro-Portal war seinerzeit der Haupteingang zur Moschee. Durch dieses Portal gelangte man in den Wasch- oder Taufhof, welcher heute der Hof der Orangenbäume ist. Die Türen sind aus bronzebeschlagenem Holz, versehen mit in sich verzweigten Verzierungen, Arabesken und kufischen Inschriften. Die Statuen der Verkündigung, des Heiligen Petrus und des Heiligen Paulus sowie das Relief mit der Szene der Vertreibung der Händler aus dem Tempel wurden von Miguel Florentín geschaffen. Das genannte Relief ist eine klare Anspielung auf die Händler, die sich auf den Treppen der Kathedrale niederließen und zahlreiche Konflikte mit dem Kirchenrat auslösten. Im Patio de los Naranjos sind Orangenbäume in sechs Reihen angeordnet. Dazwischen befinden sich Bewässerungskanäle aus Backstein. Mit Zentrum des Hofes finden wir ein achteckiges Marmorbecken römischen Ursprungs.